Guido Möller - Strategieberatung
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Länderprofil · Nr. 07

Bahamas

Einer der bekanntesten Offshore-Finanzplätze der Welt: keine Einkommen-, Kapitalertrag-, Vermögen- oder Erbschaftsteuer für Privatpersonen.

Türkisfarbenes Wasser und weiße Sandstrände der Bahamas mit Blick auf Nassau

≈ 415.000

Einwohner

Nassau

Hauptstadt

0 %

Einkommensteuer

Bahama-Dollar (BSD)

Währung

Executive Summary

  • Die Bahamas zählen zu den bekanntesten Offshore-Finanzplätzen der Welt und genießen bei vermögenden Privatpersonen, Family Offices und internationalen Unternehmern einen hervorragenden Ruf.
  • Der Inselstaat erhebt grundsätzlich keine Einkommensteuer, keine Kapitalertragsteuer, keine Erbschaftsteuer und keine Vermögensteuer auf Privatpersonen.
  • Die Wirtschaft basiert hauptsächlich auf Tourismus, Finanzdienstleistungen, Schifffahrt und Immobilien.
  • Das stabile Common-Law-System, eine demokratische Regierungsform und die Nähe zu den USA sorgen für hohe Rechtssicherheit.
  • Besonders interessant als Wohnsitzstaat, Vermögens- und Holdingstandort – operative Unternehmen mit großem Personalbedarf finden jedoch attraktivere Standorte.

Grunddaten

Das Land auf einen Blick

Offizieller Name
Commonwealth of The Bahamas
Hauptstadt
Nassau (New Providence)
Bevölkerung
≈ 415.000
Fläche
13.880 km²
Bevölkerungsdichte
≈ 30 / km²
Amtssprache
Englisch
Währung
Bahama-Dollar (BSD), 1:1 an USD
Vorwahl
+1 242
Internet-Domain
.bs
Zeitzone
UTC −5
Staatsform
Parlamentarische Monarchie
Mitgliedschaften
Commonwealth, CARICOM, UN, WTO

Größte Städte

  • Nassau
  • Freeport
  • Marsh Harbour
  • George Town
  • Alice Town

Geografie

Archipel im Atlantik vor Florida

Die Bahamas bestehen aus einem Archipel von rund 700 Inseln sowie mehr als 2.000 Korallenriffen und Sandbänken; lediglich rund 30 Inseln sind dauerhaft bewohnt.

Weiße Sandstrände und türkisfarbenes Wasser zählen zu den Markenzeichen des Landes.

Staaten in der Nähe

  • USA (Florida)
  • Kuba
  • Turks- und Caicosinseln
  • Haiti

Gewässer

  • Atlantischer Ozean
  • Karibik

Tropisches Klima mit ganzjährig warmen Temperaturen, Trocken- und Regenzeit sowie einer Hurrikansaison zwischen Juni und November. Höchster Punkt ist der Mount Alvernia mit nur 63 Metern.

Nähe zu den USA

Die unmittelbare Nähe zu Florida macht die Bahamas zu einem bevorzugten Standort für US-orientierte Vermögens- und Tourismusstrukturen.

Freeport zählt zu den bedeutendsten Freihäfen der Karibik.

Geschichte

Geschichtlicher Überblick

01

Lucayan & 1492

Ursprünglich von den Lucayan besiedelt; 1492 erreichte Christoph Kolumbus hier erstmals die Neue Welt.

02

Britische Kolonie

Im 18. Jahrhundert wurden die Inseln britische Kolonie.

03

Unabhängigkeit 1973

1973 erlangten die Bahamas ihre Unabhängigkeit und blieben Mitglied des Commonwealth.

04

Finanzplatz

Seit den 1960er-Jahren Entwicklung zu einem internationalen Finanzzentrum und einer führenden Tourismusdestination der Karibik.

Bevölkerung

Junge, international geprägte Bevölkerung

Die Bevölkerung konzentriert sich überwiegend auf New Providence und Grand Bahama.

Die Struktur ist jung und international geprägt; die Amtssprache Englisch erleichtert internationalen Unternehmern und Auswanderern den Alltag erheblich.

Wirtschaft

Tourismus und Finanzdienstleistungen

BIP

≈ 14–15 Mrd. USD

BIP pro Kopf

≈ 35.000 USD

Wirtschaftssystem

Freie Marktwirtschaft

Inflation

orientiert an den USA

Tourismus als Konjunkturtreiber

Das Wirtschaftswachstum wird maßgeblich vom Tourismus beeinflusst; nach globalen Krisen folgt häufig eine deutliche Erholung.

Wichtige Wirtschaftssektoren

Tourismus

  • Luxustourismus
  • Kreuzfahrten
  • Resorts

Finanzen

  • Private Banking
  • Versicherungen
  • Family Offices

Schifffahrt

  • Schiffsregister
  • Yachtdienstleistungen

Immobilien

  • Luxusimmobilien
  • Resort-Projekte

Wichtige Handelspartner

  • USA
  • Kanada
  • Vereinigtes Königreich
  • Europäische Union

Bankensystem

Banking & Kontoeröffnung

Der Finanzsektor gehört zu den wichtigsten Wirtschaftszweigen und beherbergt internationale Banken, Family Offices, Trustgesellschaften und Vermögensverwalter.

Konten können grundsätzlich auch von Ausländern eröffnet werden; aufgrund internationaler Geldwäschevorschriften sind umfangreiche Identitäts- und Herkunftsnachweise erforderlich.

Das historische Offshore-Bankgeheimnis ist durch CRS und FATCA abgelöst; automatischer Informationsaustausch ist vollständig etabliert.

Wichtige Banken

  • Central Bank of The Bahamas
  • Internationale Banken & Trustgesellschaften
  • Family Offices
  • Vermögensverwalter

Steuern

Steuerliche Rahmenbedingungen

Die Bahamas erheben grundsätzlich keine direkten Steuern auf Privatpersonen. Der Staat finanziert sich überwiegend über Zölle, Gebühren, indirekte Steuern und Business Licence Fees. Das Steuerrecht des Heimatstaates ist stets zusätzlich zu berücksichtigen.

Natürliche Person

Einkommensteuer

keine allgemeine

Kapitalgewinne

keine Capital Gains Tax

Dividenden / Zinsen

keine allgemeine Besteuerung

Vermögen / Erbschaft

keine allgemeine Steuer

Juristische Person

Körperschaftsteuer

keine klassische

Mehrwertsteuer (VAT)

10 %

Ausnahmen für einzelne Leistungen

Business Licence Fees

umsatzabhängige Gebühren

Quellensteuer

je nach Struktur

Doppelbesteuerungsabkommen

Die Bahamas verfügen über ein vergleichsweise begrenztes Netz an Doppelbesteuerungsabkommen; für Holdingstrukturen ist stets eine individuelle Prüfung erforderlich. CRS und FATCA werden umgesetzt.

  • USA (FATCA)
  • Begrenztes DBA-Netz
  • CRS-Teilnehmer

Unternehmensgründung

Effiziente Gründung

Häufige Gesellschaftsformen

  • International Business Company (IBC)
  • Limited Company
  • Exempted Company

Vorteile

  • Keine direkten Steuern
  • Englisches Common Law
  • Politische Stabilität
  • Nähe zu den USA

Nachteile

  • Kleiner Binnenmarkt
  • Begrenztes DBA-Netz
  • Hohe Lebenshaltungskosten
  • Hurrikanrisiko

Vermögens- statt Produktionsstandort

Für regulierte Tätigkeiten sind Lizenzen erforderlich. Die Stärke der Bahamas liegt in Vermögensverwaltung und Holding – nicht in arbeitsintensiver Produktion.

Aufenthaltsrecht

Residency & Staatsbürgerschaft

Touristen

Viele Nationalitäten können visumfrei einreisen.

Permanent Residency

Eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung kann insbesondere durch Immobilieninvestitionen oder bedeutende wirtschaftliche Investitionen erlangt werden.

Staatsbürgerschaft

Wird nicht unmittelbar durch Investitionen verliehen; Einbürgerung nach längerem rechtmäßigem Aufenthalt möglich.

Arbeitsmarkt

Der Arbeitsmarkt ist klein; für qualifizierte ausländische Fachkräfte sind häufig Arbeitserlaubnisse erforderlich.

Immobilien

Erwerb durch Ausländer

Ausländer dürfen grundsätzlich Immobilien erwerben; bei größeren Investitionen können Registrierungs- oder Genehmigungspflichten bestehen. Der Markt ist international geprägt.

Beliebte Regionen

  • Nassau
  • Paradise Island
  • Exuma
  • Harbour Island
  • Abaco
  • Grand Bahama

Chancen

  • Luxusvillen
  • Ferienhäuser
  • Yachthafenanlagen
  • Resort-Projekte

Risiken

  • Hohe Preise importierter Waren
  • Hurrikanrisiko
  • Genehmigungspflichten bei Großinvestitionen

Leben vor Ort

Lebensqualität & Infrastruktur

Lebenshaltungskosten

Deutlich über vielen karibischen Staaten; importierte Waren sind häufig teuer, für Einkommen in US-Dollar jedoch gut kalkulierbar.

Gesundheit

Private Krankenhäuser bieten eine gute Versorgung; viele Auswanderer schließen internationale Krankenversicherungen ab.

Bildung

Internationale Privatschulen vor allem im Raum Nassau; für Hochschulbildung häufig USA oder Kanada.

Sicherheit & Digitales

Touristische Gebiete gelten überwiegend als sicher; Online-Banking und digitale Behördendienste entsprechen modernen Standards.

Chancen

Für Unternehmer & Investoren

Besonders interessant für Unternehmer

  • Family Offices
  • Vermögensverwaltung
  • Beratung
  • Holdingstrukturen
  • Schifffahrt
  • Yachtdienstleistungen
  • Tourismus

Interessante Bereiche für Investoren

  • Luxusimmobilien
  • Hotels
  • Yachthäfen
  • Tourismus
  • Finanzdienstleistungen

Vorteile des Standorts

  • Keine direkten Steuern
  • Politische Stabilität
  • Englisches Rechtssystem
  • Nähe zu den USA
  • Internationaler Finanzplatz

Nachteile des Standorts

  • Kleiner Binnenmarkt
  • Begrenztes DBA-Netz
  • Hohe Lebenshaltungskosten
  • Hurrikanrisiko
  • Importabhängigkeit

Strukturelle Einordnung

Holding, CFC & Vermögensschutz

Holding-Eignung

Für bestimmte internationale Holding- und Vermögensstrukturen interessant; die Eignung hängt von den Steuerregeln des Ansässigkeitsstaates der Gesellschafter ab.

CFC-Perspektive

Für Steuerpflichtige aus Ländern mit CFC-Regelungen können Gesellschaften auf den Bahamas besondere steuerliche Folgen auslösen – individuelle Strukturplanung ist unerlässlich.

Vermögensschutz

Traditionell bekannte Jurisdiktion für Vermögensplanung; Trusts und andere Instrumente werden im Rahmen der geltenden Gesetze genutzt.

Geeignet für

  • Vermögende Privatpersonen
  • Internationale Investoren
  • Family Offices
  • Unternehmer mit internationalem Geschäft
  • Tourismus- und Schifffahrtsunternehmen

Weniger geeignet für

  • Industrieunternehmen
  • Produktionsbetriebe
  • Unternehmen mit großem Personalbedarf
  • Anbieter für den lokalen Absatzmarkt

Strategische Gesamtbewertung

Bahamas im Profil

Auswanderung9/10
Unternehmensstandort7/10
Holdingstandort8/10
Steueroptimierung10/10
Private Banking9/10
Lebensqualität9/10
Marktpotenzial3/10
Vermögensschutz9/10

Fazit

Bekannter Finanz- und Wohnsitzstandort der Karibik

Der Verzicht auf eine allgemeine Einkommen-, Kapitalertrag-, Vermögen- und Erbschaftsteuer macht den Inselstaat für vermögende Privatpersonen und internationale Unternehmer attraktiv; das englisch geprägte Rechtssystem bietet hohe Rechtssicherheit.

Die wirtschaftliche Bedeutung liegt weniger im Binnenmarkt als in Finanzdienstleistungen, Tourismus, Schifffahrt und Vermögensverwaltung. CRS und FATCA haben die Rahmenbedingungen verändert.

Ein bedeutender Standort für internationale Vermögens- und Unternehmensstrukturen – vorausgesetzt, sie werden unter Beachtung der jeweils anwendbaren Steuerregeln geplant.

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