Länderprofil · Nr. 41
Jordanien
Ein stabiler und reformorientierter Standort im Nahen Osten: pro-westlich ausgerichtet, mit Sonderwirtschaftszonen, gut ausgebildeter Bevölkerung und strategischer Lage als Brücke zwischen Naher Osten, Europa und Afrika.

≈ 11 Mio.
Einwohner
Amman
Hauptstadt
20 % (Standard)
Körperschaftsteuer
Jordanischer Dinar (JOD)
Währung
Executive Summary
- Jordanien gilt als einer der stabilsten und reformorientiertesten Staaten im Nahen Osten.
- Das Land verfolgt eine pro-westliche, wirtschaftsfreundliche Politik und hat sich als verlässlicher Partner für Handel, Investitionen und internationale Zusammenarbeit etabliert.
- Trotz begrenzter natürlicher Ressourcen verfügt Jordanien über eine gut ausgebildete Bevölkerung, einen wachsenden Dienstleistungssektor sowie eine strategische Lage als Brücke zwischen Nahost, Europa und Afrika.
- Für Unternehmer und Investoren bietet Jordanien Chancen in Bereichen wie Handel, Logistik, Technologie, Bildung, Gesundheitswesen und erneuerbare Energien.
- Das Land verfügt über Sonderwirtschaftszonen, Freihandelsabkommen und steuerliche Anreize, die internationale Investitionen fördern.
Grunddaten
Das Land auf einen Blick
- Offizieller Name
- Haschemitisches Königreich Jordanien
- Hauptstadt
- Amman
- Bevölkerung
- ≈ 11 Mio.
- Fläche
- 89.342 km²
- Amtssprache
- Arabisch
- Geschäftssprachen
- Arabisch, Englisch
- Währung
- Jordanischer Dinar (JOD)
- Vorwahl
- +962
- Internet-Domain
- .jo
- Zeitzone
- UTC +3
- Staatsform
- Konstitutionelle Monarchie
- Freihandel
- Abkommen mit EU & USA
Größte Städte
- Amman
- Zarqa
- Irbid
- Aqaba
- Russeifa
Geografie
Brücke zwischen Nahost, Europa und Afrika
Jordanien liegt im Nahen Osten und grenzt an Saudi-Arabien, den Irak, Syrien, Israel und das Westjordanland.
Über den Hafen von Aqaba am Roten Meer verfügt das Land über einen wichtigen Zugang zu internationalen Handelsrouten und ist ein bedeutender Logistik- und Transitstandort der Region.
Nachbarländer
- Saudi-Arabien
- Irak
- Syrien
- Israel
- Westjordanland
Es herrscht überwiegend trockenes bis halbtrockenes Klima mit heißen Sommern und milden Wintern; große Teile des Landes sind Wüste.
Hafen Aqaba & Sonderzonen
Der Hafen von Aqaba am Roten Meer ist ein zentraler Zugang zu internationalen Handelsrouten.
Sonderwirtschaftszonen wie die Aqaba Special Economic Zone bieten attraktive Rahmenbedingungen für Investoren.
Geschichte
Geschichtlicher Überblick
1946
Unabhängigkeit Jordaniens; Etablierung als haschemitische Monarchie.
Moderne Reformen
Schrittweise wirtschaftliche Öffnung, Freihandelsabkommen und Modernisierung des Investitionsrechts.
Heute
Stabiler, pro-westlicher Partner mit wachsendem Dienstleistungs- und Technologiesektor.
Bevölkerung
Jung, gut ausgebildet, mehrsprachig
Jordanien verfügt über eine junge, vergleichsweise gut ausgebildete Bevölkerung mit hoher Englischkompetenz im geschäftlichen Umfeld.
Das Land hat zudem zahlreiche Flüchtlinge aufgenommen, was die Gesellschaft prägt; der Bildungssektor genießt regional einen guten Ruf.
Wirtschaft
Dienstleistungs- und handelsorientierte Wirtschaft
Hafen
Aqaba (Rotes Meer)
Sonderzonen
Aqaba SEZ u. a.
Freihandel
EU & USA
Englischkompetenz
im Geschäft hoch
Logistik- und Transitstandort
Dank des Hafens Aqaba und der zentralen Lage ist Jordanien ein wichtiger Logistik- und Transitstandort zwischen Nahost, Europa und Afrika.
Wichtige Wirtschaftssektoren
Handel & Logistik
- Handel
- Logistik
- Transit
Dienstleistungen
- Bildung
- Gesundheitswesen
- Finanzdienstleistungen
Technologie
- IT- und Technologiesektor
Energie & Tourismus
- Erneuerbare Energien
- Tourismus
Wichtige Handelspartner
- Saudi-Arabien
- USA
- EU
- Indien
- China
Bankensystem
Banking & Kontoeröffnung
Der Bankensektor gilt als stabil und gut reguliert und genießt in der Region einen guten Ruf.
Internationale Unternehmen können grundsätzlich Geschäfts- und Privatkonten eröffnen; es gelten Compliance-Vorgaben.
Wichtige Banken
- Arab Bank
- Housing Bank for Trade and Finance
- Jordan Islamic Bank
Steuern
Steuerliche Rahmenbedingungen
Natürliche Personen gelten grundsätzlich als steuerlich ansässig, wenn sie ihren Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt in Jordanien haben. Unternehmen gelten als ansässig, wenn sie in Jordanien gegründet wurden oder dort ihre Geschäftsleitung haben.
Natürliche Person
Einkommensteuer
5 – 30 %
progressiv, zzgl. nationaler Beitrag
Kapitalgewinne
überwiegend befreit
Ausnahmen für bestimmte Vermögenswerte
Erbschaftsteuer
keine allgemeine
Vermögensteuer
keine allgemeine
Juristische Person
Körperschaftsteuer (Standard)
20 %
Banken/Finanzinstitute
bis 35/38 %
Sonderwirtschaftszonen
stark reduziert
Anreize in Aqaba SEZ
Umsatzsteuer
16 %
allgemeiner Satz
Doppelbesteuerungsabkommen
Jordanien verfügt über ein wachsendes Netz an Doppelbesteuerungsabkommen sowie Freihandelsabkommen mit der EU und den USA und arbeitet an der Umsetzung internationaler Transparenzstandards.
- arabische Staaten
- EU-Staaten
- Türkei
- Indien
- weitere DBA-Partner
Unternehmensgründung
Gründung in Jordanien
Häufige Gesellschaftsformen
- Limited Liability Company (LLC)
- Private Shareholding Company
- Branch / Representative Office
Vorteile
- Sonderwirtschaftszonen mit Steueranreizen
- Freihandelsabkommen mit EU & USA
- Strategische Logistiklage
- Gut ausgebildete Arbeitskräfte
Nachteile
- Begrenzte natürliche Ressourcen
- Regionale geopolitische Risiken
- Abhängigkeit von Energieimporten
- Begrenzte Marktgröße
Handel, Logistik & Energie
Jordanien eignet sich besonders für Handel, Logistik, Technologie, Bildung, Gesundheitswesen sowie Projekte im Bereich erneuerbare Energien.
Aufenthaltsrecht
Residency & Staatsbürgerschaft
Investoren-Aufenthalt
Aufenthaltsrechte bei qualifizierten Investitionen, teils mit erleichterten Bedingungen.
Arbeitsgenehmigungen
Für ausländische Fachkräfte unter gesetzlichen Voraussetzungen.
Sonderzonen
Erleichterungen für Unternehmen und Beschäftigte in Sonderwirtschaftszonen.
Daueraufenthalt
Nach längerem rechtmäßigem Aufenthalt möglich.
Immobilien
Erwerb durch Ausländer
Der Immobilienmarkt konzentriert sich auf den Großraum Amman sowie auf Aqaba. Der Erwerb durch Ausländer ist unter bestimmten Voraussetzungen und Genehmigungen möglich.
Beliebte Regionen
- Amman
- Aqaba
- Irbid
Chancen
- Wachsende Nachfrage in Amman
- Tourismus- und Hafenentwicklung in Aqaba
- Sonderzonen
Risiken
- Regionale geopolitische Risiken
- Genehmigungspflichten
- Begrenzte Marktliquidität
Leben vor Ort
Lebensqualität & Infrastruktur
Lebenshaltungskosten
Moderat, in Amman höher als im Landesdurchschnitt.
Gesundheit
Regional anerkanntes Gesundheitswesen und Ziel für Medizintourismus.
Bildung
Guter regionaler Ruf des Bildungssektors und mehrere Universitäten.
Sicherheit
Im regionalen Vergleich stabil und sicher, mit pro-westlicher Ausrichtung.
Chancen
Für Unternehmer & Investoren
Besonders interessant für Unternehmer
- Handel & Logistik
- Technologie & IT
- Bildung
- Gesundheitswesen
- Erneuerbare Energien
Interessante Bereiche für Investoren
- Sonderwirtschaftszonen
- Hafen- und Logistikprojekte
- Immobilien Amman/Aqaba
Vorteile des Standorts
- Politische Stabilität in der Region
- Sonderwirtschaftszonen
- Freihandelsabkommen EU & USA
- Strategische Logistiklage
- Gut ausgebildete Arbeitskräfte
Nachteile des Standorts
- Begrenzte Ressourcen
- Geopolitische Risiken
- Energieimportabhängigkeit
- Begrenzte Marktgröße
Strukturelle Einordnung
Holding, CFC & Vermögensschutz
Holding-Eignung
Kein klassischer Holdingstandort, aber durch Sonderwirtschaftszonen und Freihandelsabkommen für operative und handelsorientierte Strukturen interessant.
CFC-Perspektive
Beim Standardsteuersatz von 20 % regelmäßig unkritisch; bei Nutzung stark begünstigter Sonderzonen ist eine sorgfältige Prüfung erforderlich.
Vermögensschutz
Stabilität im regionalen Vergleich; geopolitische Risiken des Nahen Ostens sind zu berücksichtigen.
Geeignet für
- Handels- & Logistikunternehmen
- Technologie & IT
- Bildungs- & Gesundheitsanbieter
- Erneuerbare-Energien-Projekte
- Investoren mit Nahost-Fokus
Weniger geeignet für
- Reine Holdingstrukturen
- Ressourcenintensive Schwerindustrie
- Massenmarkt-Konsumvertrieb
Strategische Gesamtbewertung
Jordanien im Profil
Fazit
Stabiler Reformstandort im Nahen Osten
Jordanien gehört zu den stabilsten und reformorientiertesten Staaten des Nahen Ostens und eignet sich insbesondere für Unternehmen aus den Bereichen Handel, Logistik, Technologie, Bildung, Gesundheitswesen sowie erneuerbare Energien.
Die Kombination aus politischer Stabilität, strategischer Lage, Sonderwirtschaftszonen und Freihandelsabkommen mit der EU und den USA macht Jordanien zu einem attraktiven regionalen Standort. Begrenzte Ressourcen und geopolitische Risiken erfordern jedoch eine sorgfältige Einbindung in die Gesamtstrategie.
Wer einen stabilen, pro-westlichen Brückenkopf zwischen Nahost, Europa und Afrika sucht, findet in Jordanien einen verlässlichen Standort mit attraktiven Sonderzonen.
Internationale Standortwahl
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