Der Markt für den Herausforderer: Die AfD als strategische Fallstudie

Über diese Folge
Außerplanmäßige Sonderfolge, denn vorgestern hat Sachsen-Anhalt gewählt – und das Ergebnis ist die Zuspitzung eines Musters, das weit über eine Landtagswahl hinausreicht: Ein Anbieter, den die staatliche Aufsicht als verfassungsfeindlich einstuft und den alle Wettbewerber boykottieren, verdoppelt sein Ergebnis auf 43,8 Prozent – und die Wahlbeteiligung springt von 60 auf fast 78 Prozent. Diese Folge ist keine Politikberatung und kein Urteil über Wähler. Sie ist das, wofür dieses Format steht: eine Fallstudie. Wie entstehen Märkte für Herausforderer – in Deutschland wie in einem Dutzend anderer Länder, von den USA bis Schweden? Warum ist die Aktivierung von Nichtkunden ein anderes Spiel als das Verschieben von Marktanteilen? Was passiert, wenn Marktführerschaft und Machtzugang auseinanderfallen – 39 von 83 Sitzen, drei Mandate fehlen, eine Fünf-Prozent-Partei wird zum Zünglein an der Waage? Und die Übertragung, um die es hier eigentlich geht: Was lehrt dieser Fall Unternehmer über die eigene Branche – über unbediente Kundengruppen, über die Kosten von Kartell-Denken, über die Gefahr, Unzufriedenheit für Unvernunft zu halten? Beides auszuhalten – die Zahlen und die Einstufung – ist der Anspruch dieser Analyse.
