Block 10 · Hinzurechnungsbesteuerung / CFC

CFC-Risikoanalyse für Unternehmer

Das Wesentliche in Kürze

  • Eine CFC-Risikoanalyse prüft systematisch die vier Voraussetzungen: Beherrschung, passive Einkünfte, Niedrigbesteuerung, fehlende Substanz.
  • Sie beginnt mit der Frage nach der Beherrschung und den nahestehenden Personen.
  • Im Kern steht die Einordnung der Einkünfte als aktiv oder passiv.
  • Standort und effektive Belastung entscheiden über die Niedrigbesteuerung.
  • Die Substanz- und Escape-Prüfung bildet den letzten und oft entscheidenden Schritt.

Warum eine strukturierte Analyse nötig ist

Die Hinzurechnungsbesteuerung ist komplex, aber ihr Aufbau ist klar. Wer die Prüfung systematisch durchläuft, kann das eigene Risiko realistisch einschätzen, statt sich auf Bauchgefühl oder Internetweisheiten zu verlassen.

Eine Risikoanalyse folgt dabei genau den vier Bausteinen, die dieser Block erklärt hat.

Schritt 1: Beherrschung prüfen

Zuerst: Beherrsche ich – allein oder mit nahestehenden bzw. abgestimmt handelnden Personen, direkt oder mittelbar – die ausländische Gesellschaft zu mehr als 50 %?

Gerade Familien- und Beteiligungskonstellationen müssen hier ehrlich zusammengerechnet werden. Ohne Beherrschung endet die Prüfung; mit Beherrschung geht es weiter.

Schritt 2: Einkünfte einordnen

Als Nächstes: Welche Einkünfte erzielt die Gesellschaft, und sind sie aktiv oder passiv? Hier liegt die inhaltliche Hauptarbeit.

  • Stammen die Erträge aus echter operativer Tätigkeit?
  • Handelt es sich um Zinsen, Lizenzen oder reine Vermögensverwaltung?
  • Wirken nahestehende Personen schädlich mit?

Sind alle Einkünfte aktiv, besteht kein Hinzurechnungsproblem.

Schritt 3: Niedrigbesteuerung bestimmen

Dann: Wie hoch ist die effektive Belastung der passiven Einkünfte? Liegt sie unter 25 %, ist die Niedrigbesteuerung erfüllt.

Wichtig ist die effektive, nicht die nominale Betrachtung – inklusive Sonderregimen, Boxen und Erstattungen.

Schritt 4: Substanz und Escape prüfen

Schließlich: Gibt es ausreichende Substanz, und greift der Motivtest? Für EU/EWR-Gesellschaften ist das der entscheidende Rettungsanker, für Drittstaaten oft versperrt.

Vier Ja-Antworten ohne Escape bedeuten Hinzurechnung – ein Nein an der richtigen Stelle bedeutet Entwarnung.

Erst dieser letzte Schritt entscheidet, ob die Hinzurechnung tatsächlich greift.

Fazit

Eine CFC-Risikoanalyse arbeitet die vier Bausteine systematisch ab: Beherrschung, Einkunftsart, Niedrigbesteuerung, Substanz/Escape. So lässt sich das Risiko jeder Struktur strukturiert einschätzen.

Die letzten beiden Artikel zeigen, wo es in der Praxis schiefgeht: zunächst bei internationalen Strukturfehlern.

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