Block 4 · LLC-Bibliothek

Die Low-Profit LLC (L3C)

Das Wesentliche in Kürze

  • Die Low-Profit Limited Liability Company (L3C) ist eine besondere Variante der LLC mit sozialem beziehungsweise gemeinnützig orientiertem Unternehmenszweck.
  • Sie verbindet wirtschaftliche Tätigkeit mit der Verfolgung eines überwiegend gemeinwohlorientierten Ziels.
  • Die L3C ist keine bundesweit einheitlich anerkannte Gesellschaftsform.
  • Nur einzelne US-Bundesstaaten haben gesetzliche Regelungen zur L3C geschaffen.
  • Für international tätige Unternehmer besitzt die L3C regelmäßig nur eine begrenzte praktische Bedeutung.

Einleitung

Die klassische Limited Liability Company verfolgt grundsätzlich wirtschaftliche Ziele. Mit der Entwicklung der Low-Profit Limited Liability Company (L3C) entstand jedoch ein Gesellschaftsmodell, das wirtschaftliches Handeln mit gesellschaftlichem Nutzen verbinden soll. Obwohl sie gelegentlich als Alternative zu klassischen Non-Profit-Organisationen dargestellt wird, ist ihre tatsächliche praktische Bedeutung deutlich begrenzter.

Was ist eine L3C?

Die Low-Profit Limited Liability Company ist eine besondere gesetzlich geregelte Variante der LLC. Sie verbindet die organisatorische Struktur einer LLC mit einer überwiegend gemeinwohlorientierten Zielsetzung. Die Gewinnerzielung tritt dabei grundsätzlich hinter den sozialen oder gemeinnützigen Zweck zurück. Es handelt sich dennoch um eine eigenständige Gesellschaft, nicht um eine gemeinnützige Organisation im klassischen Sinn.

Entstehung und Zielsetzung

Die L3C wurde entwickelt, um Projekte mit gesellschaftlichem Mehrwert leichter finanzieren und organisieren zu können. Im Mittelpunkt steht regelmäßig:

  • Förderung gesellschaftlicher Projekte
  • nachhaltige Entwicklung
  • soziale Innovation
  • Bildungsprojekte
  • kulturelle Vorhaben
  • ökologische Zielsetzungen

Eine Gewinnerzielung ist grundsätzlich möglich, steht jedoch nicht im Vordergrund der Gesellschaft.

Gesellschaftsrechtliche Stellung

Gesellschaftsrechtlich orientiert sich die L3C weitgehend an der klassischen LLC. Sie verfügt grundsätzlich über:

  • eigene Rechtspersönlichkeit
  • beschränkte Haftung
  • Membership Interests
  • Operating Agreement
  • organisatorische Selbstständigkeit

Zusätzlich treten besondere gesetzliche Anforderungen hinsichtlich ihres Gesellschaftszwecks hinzu.

Keine bundesweite Anerkennung

Die L3C existiert nicht in allen Bundesstaaten. Einige Staaten haben entsprechende gesetzliche Regelungen geschaffen, andere kennen diese Gesellschaftsform überhaupt nicht. Vor einer Gründung muss daher geprüft werden, ob das jeweilige Landesrecht die L3C zulässt.

Steuerliche Behandlung

Die Bezeichnung L3C beantwortet für sich genommen keine steuerlichen Fragen. Insbesondere folgt daraus nicht automatisch:

  • Steuerfreiheit
  • Gemeinnützigkeit
  • steuerliche Begünstigung
  • besondere Steuervergünstigungen

Die steuerliche Behandlung richtet sich nach den jeweils anwendbaren steuerrechtlichen Vorschriften.

Bedeutung für internationale Unternehmer

Für internationale Unternehmer besitzt die L3C regelmäßig nur geringe praktische Relevanz. Die meisten internationalen Unternehmensstrukturen verfolgen klassische wirtschaftliche Ziele, für die gewöhnliche LLCs oder andere Gesellschaftsformen regelmäßig besser geeignet sind. Die L3C bleibt daher überwiegend ein Spezialmodell für bestimmte Projekte.

Grenzen der L3C

Die Low-Profit LLC eignet sich nicht für jede Unternehmensstruktur. Besondere Einschränkungen bestehen insbesondere hinsichtlich:

  • internationaler Anerkennung
  • Investorenstruktur
  • Expansion
  • klassischen Unternehmenszielen
  • gesellschaftsrechtlicher Verbreitung

Eine pauschale Empfehlung ist daher nicht möglich.

Typische Irrtümer

Mythos 1: Eine L3C ist automatisch steuerbefreit. Die Gesellschaftsform allein begründet keine Steuerbefreiung.

Mythos 2: Die L3C ersetzt eine gemeinnützige Organisation. Beide verfolgen unterschiedliche rechtliche Konzepte.

Mythos 3: Die L3C eignet sich für jede Unternehmensgründung. Sie wurde ausschließlich für besondere gesellschaftliche Zielsetzungen entwickelt.

Praxisbeispiel

Eine Unternehmergruppe möchte Bildungsprojekte finanzieren, gleichzeitig jedoch wirtschaftliche Aktivitäten durchführen. Vor der Gründung wird geprüft, ob der gewünschte Bundesstaat die L3C kennt, welche gesellschaftsrechtlichen Voraussetzungen gelten, welche steuerlichen Folgen entstehen und welche Finanzierungsmöglichkeiten bestehen. Erst anschließend wird entschieden, ob die L3C tatsächlich die geeignete Gesellschaftsform darstellt.

Die eigentliche Frage

Die entscheidende Frage lautet nicht: „Kann ich eine L3C gründen?“ Sondern: „Verfolgt mein Projekt tatsächlich überwiegend gesellschaftliche Ziele und bietet die L3C gegenüber einer klassischen LLC langfristig einen echten rechtlichen oder organisatorischen Mehrwert?“

Fazit

Die Low-Profit Limited Liability Company ist eine besondere Variante der LLC für Projekte mit überwiegend gesellschaftlichem oder gemeinwohlorientiertem Zweck. Sie verbindet wirtschaftliche Tätigkeit mit sozialen Zielsetzungen, besitzt jedoch nur in einzelnen Bundesstaaten eine gesetzliche Grundlage. Für klassische internationale Unternehmensstrukturen spielt sie regelmäßig nur eine untergeordnete Rolle.

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