Internationale Steuerpflicht
Controlled Foreign Corporation (CFC)
Executive Summary
Controlled Foreign Corporation (CFC) bezeichnet eine beherrschte ausländische Gesellschaft. CFC-Regelungen sollen verhindern, dass Gewinne in niedrig besteuerte Auslandsgesellschaften verlagert werden.
Die deutsche Ausprägung der CFC-Regeln ist die Hinzurechnungsbesteuerung nach dem Außensteuergesetz (AStG). Bestimmte Gewinne können dem deutschen Gesellschafter zugerechnet werden, obwohl keine Ausschüttung erfolgt.
Definition
Controlled Foreign Corporation (CFC) ist der internationale Begriff für eine beherrschte ausländische Gesellschaft.
Eine CFC liegt grundsätzlich vor, wenn eine ausländische Gesellschaft besteht, diese von inländischen Steuerpflichtigen kontrolliert wird und bestimmte steuerliche Voraussetzungen erfüllt sind.
Das Konzept dient der Bekämpfung von Gewinnverlagerungen in Niedrigsteuergebiete. Internationale Organisationen und nationale Gesetzgeber wollen verhindern, dass Einkünfte dauerhaft in niedrig besteuerten Auslandsgesellschaften angesammelt werden.
Wann liegt eine CFC vor?
Die konkreten Voraussetzungen unterscheiden sich von Staat zu Staat. Typischerweise werden folgende Kriterien geprüft:
Ausländische Gesellschaft
Es muss eine Gesellschaft außerhalb des Ansässigkeitsstaates des Gesellschafters bestehen (LLC, Corporation, Holding, Offshore-Gesellschaft).
Beherrschung
Der Steuerpflichtige muss die Gesellschaft kontrollieren (unmittelbare, mittelbare oder gemeinsame Kontrolle).
Niedrigbesteuerung
Viele CFC-Regelungen setzen voraus, dass die Gesellschaft niedrig besteuert wird.
Bestimmte Einkunftsarten
Besonders relevant sind: Zinsen, Dividenden, Lizenzeinnahmen, Kapitalerträge, sonstige passive Einkünfte.
Passive und aktive Einkünfte
Passive Einkünfte
Stehen häufig im Fokus der CFC-Regeln:
- •Kapitalerträge
- •Lizenzgebühren
- •Beteiligungserträge
- •Finanzierungseinkünfte
- •Bestimmte Vermietungseinkünfte
Aktive Einkünfte
Werden vielfach günstiger behandelt:
- •Produktion
- •Handel
- •Operative Dienstleistungen
- •Entwicklungstätigkeiten
- •Operative Geschäftstätigkeit
Typische Fehler
Fokus auf den Steuersatz
Viele Unternehmer betrachten ausschließlich die Steuerbelastung im Ausland und übersehen, dass CFC-Regeln des Heimatstaates dennoch greifen können.
Ausschüttungen werden überschätzt
Die Besteuerung kann auch ohne Ausschüttung erfolgen. Die bloße Thesaurierung schützt nicht vor einer Hinzurechnung.
Economic Substance wird unterschätzt
Die wirtschaftliche Realität wird häufig nicht ausreichend aufgebaut. Eine reine Briefkastengesellschaft ohne echte Aktivität ist besonders anfällig.
Passive Einkünfte werden falsch eingeordnet
Die Einkunftsqualifikation entscheidet oft über den gesamten Fall. Eine fehlerhafte Zuordnung kann erhebliche steuerliche Konsequenzen haben.
Risiken
Besteuerung ohne Ausschüttung
Steuern können entstehen, obwohl keine Liquidität zufließt. Dies kann zu erheblichen Cashflow-Problemen führen.
Hohe Steuernachzahlungen
Fehler werden häufig erst Jahre später erkannt, wenn die Finanzbehörden eine Betriebsprüfung durchführen.
Verlust steuerlicher Vorteile
Internationale Strukturen funktionieren häufig nicht wie ursprünglich geplant, wenn CFC-Regeln nicht beachtet werden.
Betriebsprüfungen
CFC-Themen gehören weltweit zu den wichtigsten Schwerpunkten internationaler Steuerprüfungen.
Fazit
Controlled Foreign Corporation (CFC) gehört zu den zentralen Konzepten des internationalen Steuerrechts. Die Regelungen sollen verhindern, dass passive Einkünfte dauerhaft in niedrig besteuerten Auslandsgesellschaften angesammelt werden.
Für Unternehmer, Investoren und internationale Unternehmensgruppen sind CFC-Regeln von erheblicher Bedeutung. Wer Holdinggesellschaften, LLC-Strukturen oder Offshore-Gesellschaften nutzt, sollte die CFC-Auswirkungen frühzeitig analysieren, da die steuerlichen Folgen weitreichend sein können.
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