Block 11 · Verrechnungspreise / Transfer Pricing

Die Preisvergleichsmethode (CUP)

Das Wesentliche in Kürze

  • Die Preisvergleichsmethode (CUP) gilt als die direkteste Verrechnungspreismethode.
  • Sie vergleicht konzerninterne Preise mit Preisen zwischen unabhängigen Marktteilnehmern.
  • Existieren zuverlässige Vergleichspreise, ist sie häufig die überzeugendste Methode.
  • Die größte Herausforderung ist, ausreichend vergleichbare Transaktionen zu finden.
  • Je höher die Vergleichbarkeit, desto stärker die Aussagekraft.

Die direkteste Methode

Unter allen Methoden genießt die CUP-Methode (Comparable Uncontrolled Price) eine besondere Stellung. Viele Steuerbehörden und Gerichte betrachten sie als die direkteste Umsetzung des Fremdvergleichs.

Der Grund: Sie schätzt nicht Gewinne oder Margen, sondern vergleicht direkt den Preis. Dadurch kommt sie dem tatsächlichen Marktgeschehen oft am nächsten.

Die Grundidee

Verglichen werden zwei Preise: die kontrollierte Transaktion (zwischen verbundenen Unternehmen) und die unkontrollierte Transaktion (zwischen unabhängigen Unternehmen). Sind beide vergleichbar, dient der unabhängige Marktpreis als Maßstab.

Verkauft eine Gesellschaft identisches Kupfer in vergleichbaren Mengen sowohl an fremde Kunden als auch an die Tochter, stellt sich die Frage: Warum sollte die Tochter einen anderen Preis zahlen?

Interner und externer CUP

Der stärkste Vergleich liegt oft im eigenen Unternehmen – der interne CUP: Dieselbe Gesellschaft verkauft dasselbe Produkt an fremde Kunden und an die Tochter, der Fremdpreis liegt also bereits vor. Steuerbehörden bevorzugen diesen Vergleich.

Fehlen interne Vergleichspreise, dienen externe Marktpreise als Referenz – Börsen-, Markt- und Branchenpreise. Das ist der externe CUP.

Das Problem der Vergleichbarkeit

Die größte Herausforderung ist die Vergleichbarkeit, denn selten sind zwei Transaktionen identisch. Schon kleine Unterschiede können relevant sein:

  • Mengen (Großabnehmer erhalten Rabatte),
  • Laufzeiten und Vertragsbedingungen,
  • Zahlungsziele,
  • geografische Märkte,
  • der Zeitpunkt (Preise schwanken erheblich).

Deshalb müssen Vergleichsfälle sorgfältig analysiert und Unterschiede berücksichtigt werden.

Wann die Methode funktioniert – und wann nicht

Besonders gut eignet sie sich für Rohstoffe, Standardprodukte, Finanztransaktionen und börsengehandelte Güter. Bei Öl, Gas, Metallen und Agrarprodukten existieren oft transparente Marktpreise.

Nicht jeder Marktpreis ist automatisch ein CUP – nur ein ausreichend vergleichbarer Marktpreis.

Bei einzigartiger Software, exklusiven Marken oder innovativen Technologien fehlen geeignete Vergleichsdaten. Dann müssen andere Methoden eingesetzt werden.

Fazit

Die CUP-Methode ist die unmittelbarste Form des Fremdvergleichs. Ihre Stärke liegt in der Marktbezogenheit, ihre Schwäche in der oft schwierigen Suche nach vergleichbaren Daten – weshalb sie seltener angewendet wird, als viele erwarten.

Fehlt ein Marktpreis, beginnt man häufig bei den Kosten. Der nächste Artikel widmet sich der Kostenaufschlagsmethode.

Fachliche Einordnung

Ihre Situation gehört in fachkundige Hände

Die Fachbibliothek vermittelt Grundlagen. Ihre konkrete Konstellation – mit allen Wohnsitz-, Ansässigkeits- und Strukturfragen – verdient eine individuelle Prüfung.

Jetzt Erstgespräch vereinbaren
Diskret
Persönlich
Ergebnisorientiert